Talks by Maren Schentuleit
Herischef. Versuch einer Beschreibung religiöser Innovation
Ägyptische Götter unterliegen Transformationen; ihre Bedeutung stellt kein normiertes, geschlosse... more Ägyptische Götter unterliegen Transformationen; ihre Bedeutung stellt kein normiertes, geschlossenes System dar, sondern ist chronologisch, geographisch und soziokontextuell spezifisch. Veränderungen auf der Ebene der Bedeutung (besser: des Begriffsinhaltes) lassen sich anhand von Veränderungen in der visuellen und verbalen Sprache identifizieren. Exemplarisch soll anhand des Gottes Herischef, der vor allem als Lokalgott von Herakleopolis bekannt ist, der Modus religiöser Innovation aufgezeigt werden.
Written to the best ability – lapses and unetymological writings in Demotic texts
Socnopaiou Nesos, a town in Egypts’ largest oasis, is a findspot of hundreds of Demotic texts of ... more Socnopaiou Nesos, a town in Egypts’ largest oasis, is a findspot of hundreds of Demotic texts of the Roman Era. Demotic as a late stage of the ancient Egyptian language in between Late Egyptian and Coptic is spoken and written from 650 B.C. to 5th century A.D. The origin of Demotic script from hieratic is evident, but the script becomes more and more cursive and especially in Socnopaiou Nesos the scribes have a distinctive handwriting. The documentary, literary and religious texts from this town form regarding linguistic and paleography a singular homogeneous corpus. Lapses and unetymological writings show the state of language development - the development from Demotic to Coptic - and how Egyptian scribes handled the problem of writing Greek foreign words especially termini technici.

Vom Text zum Stadtplan: Die Rekonstruktion von Soknopaiu Nesos nach den demotischen und griechischen dokumentarischen Quellen
Die Morphologie einer Stadt wird üblicherweise durch Surveys und Ausgrabungen anhand des archäolo... more Die Morphologie einer Stadt wird üblicherweise durch Surveys und Ausgrabungen anhand des archäologischen Befundes rekonstruiert. Textquellen, die relevante Informationen für die Erstellung eines Grundrisses einer Siedlung liefern können, liegen häufig nicht vor oder werden nicht adäquat herangezogen.
Für meine Überlegungen zu einer Rekonstruktion des Stadtplanes von Soknopaiu Nesos hingegen bilden Texte den Ausgangspunkt. Das dieser Untersuchung zugrundeliegende Textcorpus besteht aus knapp 60 griechischen und bilinguen, also demotisch-griechischen, Immobilienverkaufsurkunden aus der Zeit von 20 v.Chr. bis zum Ende des 1. Jhds. n.Chr. Sie dokumentieren die Eigentumsübertragung von Häusern, Anteilen an Hausbesitz und Baugrundstücken, denen zum Zweck der Identifizierung eine Objekt- und Lagebeschreibung beigegeben ist. Diese enthalten, wie ich Ihnen später detailliert zeigen werde, Informationen erstens zum Standort der Immobilien innerhalb des Siedlungsgebietes und zweitens zu den sie umgebenden Nachbarn. Sie lassen Aussagen zur Mikro- und Infrastruktur des Ortes zu und erlauben die ausschnittsweise Skizzierung eines Stadtplanes.
P.Wien D 10085: Ein bilinguer Papyrus aus Athribis

Toponyme und Lagebeschreibungen von Immobilien in demotischen Texten aus Soknopaiu Nesos
Das demotische Quellenmaterial griechisch-römischer Zeit aus Soknopaiu Nesos bietet sowohl eine A... more Das demotische Quellenmaterial griechisch-römischer Zeit aus Soknopaiu Nesos bietet sowohl eine Anzahl bekannter als auch eine Reihe bisher nicht belegter Toponyme. In einigen Fällen helfen demotisch-griechische Bilinguen bei der Identifikation dieser Orte, auch in Bezug auf ihre Lage. Die Mehrzahl der in dem Textcorpus erwähnten Ortsnamen erscheinen im Kontext mit Gewerbebetrieben und Heiligtümern, die in einem Abhängigkeitsverhältnis zu dem Haupttempel in Soknopaiu Nesos standen. In den dokumentarischen Texten kommt dabei neben der religiösen auch die wirtschaftliche Relation zwischen Mittel- und Unter¬zentrum zum Ausdruck.
Das Siedlungsgebiet von Soknopaiu Nesos selbst wurde den Himmelsrichtungen entsprechend in Gebiete eingeteilt, wobei der Tempel des Soknopaios den Bezugspunkt bildete. Von Belang ist dies bei Immobilienverkäufen, da ihre Identifikation auch nach Jahren noch gewährleistet sein mußte. Um dies sicherzustellen, enthalten die Beschreibungen der Objekte Angaben zu den Anliegern, die wiederum zu einer modernen Rekonstruktion der antiken Stadtstruktur beitragen können.
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Talks by Maren Schentuleit
Für meine Überlegungen zu einer Rekonstruktion des Stadtplanes von Soknopaiu Nesos hingegen bilden Texte den Ausgangspunkt. Das dieser Untersuchung zugrundeliegende Textcorpus besteht aus knapp 60 griechischen und bilinguen, also demotisch-griechischen, Immobilienverkaufsurkunden aus der Zeit von 20 v.Chr. bis zum Ende des 1. Jhds. n.Chr. Sie dokumentieren die Eigentumsübertragung von Häusern, Anteilen an Hausbesitz und Baugrundstücken, denen zum Zweck der Identifizierung eine Objekt- und Lagebeschreibung beigegeben ist. Diese enthalten, wie ich Ihnen später detailliert zeigen werde, Informationen erstens zum Standort der Immobilien innerhalb des Siedlungsgebietes und zweitens zu den sie umgebenden Nachbarn. Sie lassen Aussagen zur Mikro- und Infrastruktur des Ortes zu und erlauben die ausschnittsweise Skizzierung eines Stadtplanes.
Das Siedlungsgebiet von Soknopaiu Nesos selbst wurde den Himmelsrichtungen entsprechend in Gebiete eingeteilt, wobei der Tempel des Soknopaios den Bezugspunkt bildete. Von Belang ist dies bei Immobilienverkäufen, da ihre Identifikation auch nach Jahren noch gewährleistet sein mußte. Um dies sicherzustellen, enthalten die Beschreibungen der Objekte Angaben zu den Anliegern, die wiederum zu einer modernen Rekonstruktion der antiken Stadtstruktur beitragen können.